{"id":3412,"date":"2022-05-05T16:17:58","date_gmt":"2022-05-05T14:17:58","guid":{"rendered":"https:\/\/info.villaeuropahotel.it\/?p=3412"},"modified":"2022-05-12T12:13:56","modified_gmt":"2022-05-12T10:13:56","slug":"senter-del-luf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/info.villaeuropahotel.it\/de\/senter-del-luf\/","title":{"rendered":"Sent\u00e9r d\u00e8l Luf"},"content":{"rendered":"<section class=\"l-section wpb_row height_medium\"><div class=\"l-section-h i-cf\"><div class=\"g-cols vc_row via_flex valign_top type_default stacking_default\"><div class=\"vc_col-sm-12 wpb_column vc_column_container\"><div class=\"vc_column-inner\"><div class=\"wpb_wrapper\"><div class=\"wpb_text_column with_collapsible_content\" data-content-height=\"200px\"><div class=\"wpb_wrapper\"><p>Wenn man in die Berge geht macht es Sinn, sich in die Geschichten zu vertiefen, die diese Orte erz\u00e4hlen k\u00f6nnen, auch, um sie besser erleben und sich mit dieser Umwelt im Einklang f\u00fchlen zu k\u00f6nnen.<br \/>\nDer Bergpfad \u201eSenter d\u00e8l Luf\u201c, spektakul\u00e4r und einsam gelegen, der in Gargnano die Ortschaften Muslone und Briano verbindet, an den H\u00e4ngen des Monte Denervo (Wegweiser Nr. 45, demn\u00e4chst umbenannt in Nr. 231B), hat eine bewegende Geschichte zu erz\u00e4hlen, die Geschichte eines tragischen Verschwindens und einer Wiedergeburt. Haben Sie ein paar Minuten Zeit? Wir erz\u00e4hlen Sie Ihnen&#8230;<\/p>\n<\/div><div class=\"toggle-links align_none\"><button class=\"collapsible-content-more\">Mehr anzeigen<\/button><button class=\"collapsible-content-less\">Weniger anzeigen<\/button><\/div><\/div><div class=\"w-separator size_medium\"><\/div><div class=\"w-separator size_medium\"><\/div><div class=\"wpb_text_column with_collapsible_content\" data-content-height=\"200px\"><div class=\"wpb_wrapper\"><p><strong>weiter<\/strong><\/p>\n<\/div><div class=\"toggle-links align_none\"><button class=\"collapsible-content-more\">Mehr anzeigen<\/button><button class=\"collapsible-content-less\">Weniger anzeigen<\/button><\/div><\/div><div class=\"w-separator size_medium\"><\/div><div class=\"wpb_text_column with_collapsible_content\" data-content-height=\"200px\"><div class=\"wpb_wrapper\"><p>Sent\u00e9r d\u00e8l Luf &#8211; eine Geschichte<\/p>\n<p>Emilio wusste nicht, was ihm der helle Augusttag bringen w\u00fcrde&#8230; Er war fr\u00fch aufgestanden, in der Morgend\u00e4mmerung und hatte eine Wasserflasche und wenig andere Dinge in seinen Rucksack gesteckt.<br \/>\nEin Abenteuer erwartete ihn, ein Traum, den er seit langem heimlich tr\u00e4umte. Er kletterte nun in seiner Aufregung mit einem wei\u00dfen, lang\u00e4rmeligen Hemd mit hochgekrempelten Hemds\u00e4rmeln (es w\u00e4re nicht angebracht gewesen, nur ein Unterhemd zu tragen, er hatte immerhin seine W\u00fcrde zu verteidigen &#8230;) den steilen Saumpfad hinauf, der von Bogliaco nach Sasso und h\u00f6her f\u00fchrte, denn er wollte die Bergweiden des Berges Denervo erreichen.<br \/>\nAm Bauernhof Cascina Piazza, ein kleines Paradies, verbrachten einige Freundinnen ihre Ferien und an diesem Tag, Samstag, dem 5. August 1911, war es Tradition, die Madonna della Neve zu ehren. Nach der Messe vor der Kapelle w\u00e4re es sch\u00f6n gewesen, sich auf die Wiese vor dem Bauernhaus zu legen und in Gesellschaft der P\u00e4chter und Talbewohner, die zu diesem Anlass in Scharen auch aus Muslone heraufgekommen w\u00e4ren, einen Imbiss zu sich zu nehmen. Er wollte diesen Tag mit allen verbringen, aber Emilio dachte nicht nur daran&#8230;: das Fest w\u00e4re nur der Abschluss seines Abenteuers geworden.<br \/>\nNach der Ankunft in Briano h\u00e4tte er den einfachen Weg verlassen und w\u00e4re auf der unwegsamen Seite des Berges weitergegangen, mit einem tiefen Abgrund zum See runter, um auf dieser Seite nach Piazze hinauf zu steigen. Er stellte sich die \u00dcberraschung und auch die Komplimente seiner Freundinnen vor, w\u00e4hrend er mit gro\u00dfen Schritten auf den Berg zuging, wobei er sein Taschentuch und manchmal auch den Pfad mit Schwei\u00df benetzte und der Prozession von Eseln und Bergsteigern auswich, die schwer beladen in entgegengesetzter Richtung auf dem Saumpfad zum See hinunterstiegen.<br \/>\nDer Bergpfad des Pas d\u00e8l Luf, \u00fcber den er viele Geschichten geh\u00f6rt hatte, ein Weg, der schon durch den Namen Respekt einfl\u00f6\u00dfte, \u00fcbte auf ihn, jung und abenteuerlustig, eine gro\u00dfe Anziehungskraft aus. Indem er seitlich den Hang auf einer Spur hinunterging, die eher f\u00fcr eine\u00a0 Ziege als f\u00fcr einen Menschen gedacht war, mit dem darunter liegenden schimmernden See, der aussah, als wolle er ihn aufsaugen, h\u00e4tte er kurz vor dem vorstehenden D\u00f2s da Te abweichen wollen und, von den Erz\u00e4hlungen der Bergsteiger, aber auch von seinen Tr\u00e4umen befl\u00fcgelt, hatte er vor, durch die Schluchten der wei\u00dfen Klippen zu klettern, um zum Waldst\u00fcck, dessen rausragenden \u00c4ste da oben zu sehen waren und von dort aus zum Bauernhof zu gelangen. In der heimischen Bibliothek hatte er \u00fcber die Heldentaten von Bergsteigern gelesen, die durch die Eroberung der wichtigsten Gipfel der Alpen ber\u00fchmt geworden waren, und in diesen Momenten f\u00fchlte er sich wie einer von ihnen&#8230; So fing er dann, nachdem er den Pfad verlassen hatten, den Aufstieg auf der linken Seite an, um zu einem Felsschnitt zu gelangen, von dem ihm die Spuren der wilden Tiere die Richtung aufzeigten. Er ging ruhig und mit Umsicht vor, bis zur ersten Felsspitze, von dieser zu einer anderen &#8230; Pl\u00f6tzlich ein Schrei und ein schrecklicher Sturz r\u00fcckw\u00e4rts! Nachdem er seine Sinne wiedererlangte, bet\u00e4ubt vom Aufprall und dem Schreck, f\u00fchlte er \u00fcberall einen gro\u00dfen Schmerz und beobachtete seine zerschlagenen Beine, mit den Kn\u00f6cheln, die zusehend anschwollen. Er begann zu schreien, aber seine unaufh\u00f6rlichen Rufe wurde vom Wind weggetragen und blieben unbeantwortet. Niemand konnte ihn in dieser unwegsamen Ein\u00f6de h\u00f6ren. Er nahm seine ganzen Kr\u00e4fte zusammen und beschloss langsam hinunterzukriechen, zumindest bis zum Pfad. Zu diesem Zeitpunkt fand das Fest in Piazze mit heiterem Trubel und freudigem Treiben statt. Die Freundinnen fragten sich entt\u00e4uscht, warum Emilio nicht ankam&#8230; vielleicht hatte er trotz der Versprechungen seine Meinung ge\u00e4ndert und war zu Haus am See geblieben. Erst am Abend begann sich die Familie, als sie ihn nicht zur\u00fcckkehren sah, ernsthaft Sorgen um ihn zu machen. Die Familie wusste von seinem Ziel, aber nicht welchen Weg er nehmen wollte, so dass am Morgen eine Gruppe seine Spuren auf dem logischsten Weg zur\u00fcckverfolgte, in der Hoffnung, dass er einfach in Piazze \u00fcbernachtet hatte. Als sie im Palast von Rasone ankamen, wurde ihnen best\u00e4tigt, dass er vorbeigekommen war, denn er hatte dort angehalten, um sich ein bisschen zu erfrischen; von Briano aus folgten sie den Schildern und stiegen bis zur M\u00fcndung des Premaur hinauf und zum Bauernhof hinab, aber hier mussten sie leider erfahren, dass er nicht angekommen war. Als sie zur\u00fcckkehrten, suchten sie genauer, achteten auf Spuren seiner Passage und riefen wiederholt seinen Namen, aber vergeblich. Sie nahmen die Suche auch am n\u00e4chsten Tag voller Hoffnung wieder auf, die aber nach und nach verschwand\u2026. Erst nach einigen Tagen, als sie von der Spitze des Comer-Gipfels aus die unterhalb liegenden Klippen mit einem Fernglas kontrollierten, entdeckten sie schlie\u00dflich den hellen Fleck von Emilios wei\u00dfem Hemd.<\/p>\n<p>*** *** ***<\/p>\n<p>Jahre und Jahrzehnte vergingen, um das Jahr 2000 herum zogen immer mehr Menschen aus der Berggegend weg und der Pfad des Pas d\u00e8l Luf wurde f\u00fcr die wenigen, die sich noch an ihn erinnerten, zu einem fast mythischen Gebilde.\u00a0 Frau Candida, die historische P\u00e4chterin der Taverne von Muslone, besa\u00df eine schwache und furchtsame Erinnerung an diesen Weg zwischen den Felsen. Sie sprach mit Respekt dar\u00fcber, w\u00e4hrend wir auf dem R\u00fcckweg von unseren Inspektionen, bei denen wir die Wege des Territoriums kartographierten, in ihrem rustikalen Anwesen, das keinen Unterschied zwischen Privathaus und Taverne machte, bei ihr einkehrten. Seit einiger Zeit breitete sich der Wald auch auf dem Streifen direkt oberhalb des Dorfes aus, auf dem fr\u00fcher Feldfr\u00fcchte angebaut wurden; ein Feuer hatte einige Jahre zuvor die Pflanzen austrocknen lassen, so dass die neuen Triebe direkt als Wurzelbrut wuchsen und damit die Pfade vernichtete, so viele Felssteine waren eingest\u00fcrzt, es w\u00e4re Wahnsinn, diesen Weg zu suchen, warnte sie uns kopfsch\u00fcttelnd. Aber genau das war die Herausforderung: Keiner erinnerte sich mehr daran, von wo aus man hochgehen musste und wir wollten es unbedingt herausfinden! Wir achteten genauestens auf die Spuren, die auf dem Boden hinterlassen wurden und gingen der Vegetation aus dem Weg und nach mehreren gescheiterten Versuchen (einige Umwege f\u00fchrten uns von der Stra\u00dfe ab&#8230;) erreichten wir schlie\u00dflich die Bergspitze namens D\u00f2s da Te (die \u00c4ltesten erinnerten sich daran und sagten uns, dass der Name wahrscheinlich daher r\u00fchrte, dass an diesem Ort die Netze gespannt waren, um vorbeiziehende V\u00f6gel zu fangen, im Dialekt \u201ele tese\u201c genannt&#8230;), aber hier h\u00f6rten unsere Nachforschungen auf. Danach gab es nur noch Felsen und Ger\u00f6ll, keinen Hinweis auf einen Weg. Wir versuchten es noch einmal von oben, indem wir von Briano herabstiegen, uns vorsichtig bewegten und Richtung D\u00f2s gingen, den wir in der Ferne unter uns sahen. Manchmal tauchte ein Pfad auf, dann wieder nur Steine und Gestr\u00fcpp, die Neugier, eine dunkle Vertiefung einer scheinbar zwischen den Felsen h\u00e4ngenden H\u00f6hle zu erreichen, leitete uns. Es gelang uns schlie\u00dflich den Verbindungsweg zu vollenden, aber es einen Pfad zu nennen, war \u00fcbertrieben, wer wei\u00df, wo der wirkliche Pfad entlangf\u00fchrte&#8230; Wir beschlossen, dass es nicht angebracht war, weiterzugehen. Einige Jahre sp\u00e4ter wiederholten wir den Weg zur H\u00f6hle zwischen den Felsen, indem wir Freunde der H\u00f6hlenforschergruppe dorthin begleiteten, in der Hoffnung, dass sich im Inneren eine Schlucht \u00f6ffnen w\u00fcrde, deren Erforschung sich lohnen w\u00fcrde&#8230; Wir kamen unter gro\u00dfen Schwierigkeiten ganz in die N\u00e4he und kurz davor machten wir mit gro\u00dfem Erstaunen die Entdeckung! Unten, zwischen diesen Felsen, sahen wir einen Grabstein mit der Inschrift:<br \/>\nIm Gedenken an<br \/>\nEmilio Parisini im Alter von 23 Jahren,<br \/>\nOpfer seiner Tapferkeit,<br \/>\n5. August 1911<\/p>\n<p>Von dem was vor vielen Jahren geschehen war, wussten wir nichts\u2026 was hatte ein Grabstein an diesem vergessenen Ort zu suchen? Neugierig gingen wir ins Dorf hinunter und versuchten bei den Erben der Familie Parisini an Informationen zu kommen, die uns an einen alten Verwandten verwiesen. Er erinnerte sich noch gut an diese Episode und beschrieb, wie der Junge, leblos und ohne Schuhe, auf dem Senter d\u00e8l Luf in dieser trostlosen Gegend gefunden wurde. Emilio starb auf der Suche nach seinen Tr\u00e4umen; einige Jahre sp\u00e4ter h\u00e4tte er, wenn er es \u00fcberlebt h\u00e4tte, die Schrecken des tragischen Krieges von &#8217;15-18 erleiden m\u00fcssen&#8230;, vielleicht war es f\u00fcr ihn besser so&#8230; Mit dem Fund des Grabsteins hatten wir unsererseits den Beweis, dass der Weg genau an dieser Stelle verlief und es f\u00fcr uns daher m\u00f6glich war, unseren eigenen Traum zu verwirklichen. Wir arbeiteten leidenschaftlich daran, \u00c4ste und Str\u00e4ucher zu schneiden, machten Grabungen und hackten unaufh\u00f6rlich, um die unzug\u00e4nglichsten Stellen zu sichern \u2013 und endlich war die Wiederherstellung des Weges geschafft und gro\u00df war die Freude, den Pfad zu neuem Leben erweckt zu haben und ihn mit anderen zu teilen. Auch jetzt noch, am ersten Samstag im August, wird in Piazze das schlichte Fest der Madonna della Neve gefeiert, das Fest, das Emilio sich nur vorstellen konnte. Es ist immer ein eindrucksvolles Erlebnis, daran teilzunehmen, auch wenn nur wenige Menschen die Tradition wiederholen und keiner mehr Erinnerungen an den jungen Mann hat, der so lange erwartet wurde und nie wieder unter den Lebenden auftauchte.<\/p>\n<p>Ich danke meinen Freuden Fabio Castellini und Mario Nisoli, die das Abenteuer mit mir geteilt haben.<br \/>\nIllustration von meinem Freund Lino Maceri<\/p>\n<\/div><div class=\"toggle-links align_none\"><button class=\"collapsible-content-more\">Mehr anzeigen<\/button><button class=\"collapsible-content-less\">Weniger anzeigen<\/button><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/section>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wenn man in die Berge geht macht es Sinn, sich in die Geschichten zu vertiefen, die diese Orte erz\u00e4hlen k\u00f6nnen, auch, um sie besser erleben und sich mit dieser Umwelt im Einklang f\u00fchlen zu k\u00f6nnen. 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